BiFlex-Industrie

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BiFlex-Industrie – Bidirektionale Flexibilität durch Flottenkraftwerke in und um Unternehmen

 

Die fortschreitende Elektrifizierung des Verkehrssektors spielt eine entscheidende Rolle in der Realisierung der Energiewende. In diesem Kontext gewinnen Batteriespeicher eine zunehmend wichtige Funktion, insbesondere für den kurz- bis mittelfristigen Ausgleich von Last und Erzeugung im deutschen Energieversorgungssystem bis 2045. Mit einem geschätzten Bedarf von mehreren hundert GWh stehen Fahrzeugbatterien aufgrund ihrer Standzeit, Leistungsfähigkeit und Speicherkapazität im Mittelpunkt. Die Herausforderung besteht jedoch darin, diese Flexibilitäten nicht nur für die Mobilität, sondern auch als stabilisierende Elemente im Energiesektor nutzbar zu machen. Ein wegweisendes Projekt, das sich dieser Herausforderung stellt, ist BiFlex-Industrie.

 

Herausforderung

Die Herausforderung besteht darin, die kleinteiligen, verteilten und schwer planbaren Flexibilitäten von Fahrzeugbatterien nicht nur als Energiespeicher für die Mobilität zu nutzen, sondern sie auch als Beitrag zur Stabilisierung des Energieversorgungssystems zu etablieren. Dies erfordert nicht nur technologische Innovationen, sondern auch die Entwicklung von Konzepten und Geschäftsmodellen für die Einbindung einzelner Fahrzeuge in den Energiemarkt. Ladesysteme müssen rückspeisefähig werden, und die Prozesse der Netzbetreiber müssen entsprechend angepasst werden. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, eine größere Anzahl von Ladepunkten zu integrieren, wobei viele zögerlich investieren und eine Systemdienlichkeit bisher nicht im Blick haben. 

 

Ziel

Das übergeordnete Ziel von BiFlex-Industrie ist es, den direkten Nutzen rückspeisefähiger Fahrzeugflotten für Unternehmen und energiewirtschaftliche Geschäftsmodelle herauszuarbeiten und zu demonstrieren. Dabei soll insbesondere verdeutlicht werden, wie diese Flotten als Keimzelle für Flottenkraftwerke dienen können, sowohl zur Betriebsoptimierung der Unternehmen als auch zur Stabilisierung des übergeordneten Stromsystems. Das Projekt strebt an, eine Brücke zwischen Unternehmen und dem Energiemarkt zu schlagen und die Integration rückspeisefähiger Fahrzeugflotten in bestehende Systeme zu erleichtern. 

 

Methodik

Um diese Ziele zu erreichen, plant BiFlex-Industrie die Implementierung von Demonstratoren an acht Unternehmensstandorten. Diese Demonstratoren sollen unterschiedliche relevante Anwendungsfälle für bidirektionales Laden realisieren. Dabei geht es nicht nur um das Laden der Fahrzeuge, sondern auch um das Zurückgeben von Energie an das Stromnetz. Die Praxistauglichkeit und Potenziale dieser innovativen Technologie sollen unter realen Bedingungen nachgewiesen werden. Das Projekt wird eng mit den Unternehmen zusammenarbeiten, um die technische, wirtschaftliche, regulative und normative Interoperabilität sicherzustellen. Projektbeteiligt sind neben dem Fraunhofer IAO das Fraunhofer ISE und das Fraunhofer IOSB-AST, Ambibox GmbH, Chargebyte GmbH, die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE, Energy IT Systems GmbH, Hochschule Karlsruhe, LADE GmbH, MAHLE chargeBIG GmbH, Marquardt-Gruppe, Physikalisch-Technische Bundesanstalt, SAP SE, SMART/LAB Innovationsgesellschaft mbH, Thüga AG sowie die Universität Duisburg-Essen.

 

Ergebnisse

Mit BiFlex-Industrie soll nicht nur technologische Innovation im Bereich rückspeisefähiger Fahrzeugflotten erfolgen, sondern auch ein Modell geschaffen werden, wie Unternehmen aktiv zur Stabilisierung des Energieversorgungssystems beitragen können. Das Projekt strebt die großflächige Integration dieser Flotten in bestehende Systeme an und möchte so einen Beitrag zur nachhaltigen und flexiblen Energieversorgung leisten. Durch die Demonstration der Systemdienlichkeit rückspeisefähiger Fahrzeugflotten soll BiFlex-Industrie einen Meilenstein setzen, um Elektromobilität als integralen Bestandteil der Energiewende zu etablieren.