C/sells

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Wie können die Ziele der Energiewende erreicht und dabei die Stromversorgung von Industrie und Privathaushalten gewährleistet bleiben? Wie kann bis 2050 der Energieverbrauch gesenkt, Treibhausgase eingespart und erneuerbare Energien zu Hauptträgern der Stromerzeugung in Deutschland werden?

Die Herausforderungen, welche die Gestaltung des Energienetzes von morgen mit sich bringt, nimmt C/sells in Angriff: C/sells ist ein großflächiges Schaufenstermodell im Solarbogen Süddeutschlands, das sich der regionalen Optimierung von Erzeugung und Verbrauch von Solarenergie widmet.

Süddeutschland eignet sich besonders für die Entwicklung eines solchen Schaufensters zur »intelligenten Energie«: Die intensive solare Erzeugung in Bayern und Baden-Württemberg sowie die Windkraft in Hessen profilieren die Region für diesen Bereich. Doch nicht nur durch seine Sonnenstunden bietet sich Deutschlands Süden als Modellregion an. Auch die vor Ort bestehende Netzstruktur ist für die Entwicklung eines Smart Grids prädestiniert: Es wechseln sich gleichermaßen industrialisierte Ballungszentren mit dichtbesiedelten Wohn-, Industrie- und Gewerbezentren als Lastzentren und ländliche, dünnbesiedelte Regionen ab. Weitere Vorteile stellen die zentrale Lage der Region im europäischen Energienetz, die Existenz von 400 Verteilnetzbetreibern und die Anwesenheit wichtiger Akteure der Energiewende aus Politik und Zivilgesellschaft sowie innovativer Investoren dar.

Ziele

C/sells ist eines von fünf Schaufenster Großprojekten für intelligente Energieversorgung, welche im Zuge des SINTEG Programmes vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert werden. Im Januar 2017 wurde C/sells offiziell auf den Weg gebracht. Sein Ziel ist, das erste überregionale, einsatzfähige Smart Grid in Deutschland zu entwickeln. Dieses intelligente Stromnetz wird in der Modellregion »Solarbogen Süddeutschland« erarbeitet. Der Beitrag, den C/sells zur Energiewende leisten will, liegt in der Digitalisierung von Infrastrukturen. Dadurch wird in dezentralen Strukturen eine Massenfähigkeit erreicht, woraus sich nicht nur ökologischer Fortschritt sondern auch ökonomischer Mehrwert ergibt. Eine solche Neustrukturierung der Infrastruktur für die Verteilung und Speicherung von Energie wird nötig, da die Energiewende mehr erneuerbare Energien und Dezentralität mit sich bringt. Daher wird der Einsatz einer spartenübergreifenden, intelligenten Vernetzung der technischen Elemente sowie der Geschäftsprozesse und Marktmechanismen notwendig. Hier setzt C/sells an: Im Rahmen des Projektes werden dezentral verbundene Energiesysteme in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen demonstriert. Dabei wird deutlich: Die intelligente Energieversorgung der Zukunft wird zellulär, vernetzt, partizipativ, nachhaltig und komfortabel sein. 

Inhalte / verwendete Methoden / Vorgehensweise

Vorgesehen ist ein Energiesystem der Zukunft, in dem autonom handelnde Zellen abgestimmt im regionalen Netz interagieren. Die einzelnen Zellen können z.B. Liegenschaften, Quartiere und Städte sein. Unter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips ist das Ziel, die Energiebereitstellung, -nutzung, -verteilung, -speicherung sowie weitere Infrastrukturdienstleistungen möglichst autonom zu optimieren. Die Nutzung und Bereitstellung von Strom wird verbessert, indem die Flexibilität in und zwischen den Zellen genutzt werden.

Um eine sichere und widerstandfähige Energieinfrastruktur zu erreichen, werden die Zellen zu einem Verbund vernetzt, was gemeinschaftliches Agieren erlaubt. Über virtuelle Portale können unterschiedliche Akteure unabhängig aber dennoch miteinander verbunden handeln. Dies schafft zudem neue Wertangebote und Geschäftsmodelle: ein neuer Marktplatz für Dienstleistungen, Lösungen und Produkte entsteht.

Folgende Eigenschaften sind die leitenden Prinzipien für die verschiedenen Maßnahmen und Arbeitspakete des Projekts:

  • Zellularität: Die »Zelle« als Grundeinheit von C/sells. Entweder geografisch, wie z. B. als Stadt/-teil oder aber einzelnes Objekt, wie eine Liegenschaft, kann eine Zelle sowohl Energieerzeugung als auch Verbrauch beinhalten. Dabei agiert die Zelle nach dem Subsidiaritätsprinzip: Soweit möglich versorgt sie sich autonom, wenn nötig kooperiert sie mit anderen Zellen.
  • Partizipation: Das Projekt C/sells möchte eine breite Beteiligung der Bevölkerung an der Energiewende erzeugen, anstatt die Energieversorgung wie gehabt zentral zu steuern. Zur Einbindung der Bürger werden Demonstrationsprojekte und Partizipationszellen gestartet.
  • Vielfältigkeit: Das C/sells-Movement besteht aus vielen einzelnen Zellen, die sich sowohl inhaltlich als auch organisatorisch unterscheiden. Die vielfältigen technischen, wirtschaftlichen oder organisatorischen Strukturen ermöglichen es, allen Bedürfnissen gerecht zu werden. An Stelle einer einzelnen Lösung wird es eine Vielzahl von Einzellösungen geben, welche eine funktionierende Gesamtheit bilden.

Projektpartner

C/sells vereint 50 Partner aus unterschiedlichen Branchen. Darunter befinden sich vielfältige Akteure aus den Kategorien Betreiber und Hersteller, Energiedienste und Netze sowie Wissenschaft, Koordination und Transfer. C/sells entstand auf Initiative der Smart Grids-Plattform Baden-Württemberg e.V., der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. München und des Energieversorgers EAM und umfasst Demonstrationsbausteine aus Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. Im C/sells-Konsortium sind Partner aus den Bereichen Energiedienste und Netze, Betreiber und Hersteller sowie Wissenschaft und Transfer vertreten. 

Förderer

C/sells ist Teil des Förderprogramms »Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende« (SINTEG) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Beginn-/Enddatum

Januar 2017 bis Dezember 2020